Kapitaleinlageprinzip

24. März 2015
Kapitaleinlageprinzip

Kapitaleinlageprinzip

Das Kapitaleinlageprinzip

bezweckt, dass von Gesellschaftern in ein Unternehmen eingebrachte Gelder nicht doppelt besteuert werden. Im Rahmen der Unternehmenssteuerreform II ist das Kapitaleinlageprinzip am 1.1.2011 in Kraft getreten.

Was ist das Kapitaleinlageprinzip und wie kann ich davon profitieren?

Ausgangslage

Nach dem alten Recht galt das Nennwertprinzip. Dieses besagte, dass lediglich das Grundkapital (Nennwert der Beteiligungsrechte) einer Kapitalgesellschaft steuerfrei zurück bezahlt werden kann. Dies hatte zur Folge, dass Privatpersonen Rückzahlungen aus dem Eigenkapital einer Gesellschaft, das nicht Nennwert darstellte (Agio, Zuschüsse, Sanierungsbeiträge) als Beteiligungsertrag versteuern mussten. Dies führte zu einer Doppelbesteuerung.
Das erste Mal wurde das Geld als Einkommen besteuert, als die Privatperson dieses verdient hatte, bevor sie es in die Gesellschaft einbringen konnte. Das zweite Mal wurde es als Einkommen besteuert, als die Gesellschaft das eingebrachte Kapital in Form von Dividenden wieder zurück bezahlt hatte. Dieser Missstand wurde mit der Einführung des Kapitaleinlageprinzips nun behoben.

Was gilt seit 1.1.2011

Unter dem Kapitaleinlageprinzip wird unterschieden, woher das Geld kommt. Stammt das Eigenkapital von Eigenkapitalgebern (Kapitaleinlage), kann dieses der Kapitalgesellschaft grundsätzlich wieder steuerfrei entnommen werden. Stammt das Eigenkapital aus den Gewinnen der Unternehmung (Gewinnreserven) stellen Ausschüttungen an die Gesellschafter in Form von Dividenden einen steuerbaren Vermögensertrag dar.

Formvorschriften

Damit Kapitaleinlagen steuerfrei zurückbezahlt werden können sind einige Formvorschriften einzuhalten:

  • Die Reserven aus Kapitaleinlagen sind offen auf einem gesonderten Konto auszuweisen
  • Veränderungen auf dem Konto Kapitaleinlagereserven müssen der ESTV gemeldet werden
  • Separater Ausweis der Kapitaleinlagereserven in der Steuererklärung

Sonderfälle

Neben den klassischen Fällen der Firmengründung oder Kapitalerhöhungen sollte dem Kapitaleinlageprinzip auch in den folgenden Situationen Beachtung geschenkt werden.

  • Sanierung
  • Rückkauf eigene Beteiligungsrechte
  • Transponierung
  • Umstrukturierungen

Da es sich bei obigen Situationen aber eher um Sonderfälle handelt, gehen wir in diesem Artikel nicht ausführlich darauf ein. Wir stehen Ihnen für Fragen aber jederzeit gerne zur Verfügung.

Fazit

Das Kapitaleinlageprinzip behebt einen Missstand der Doppelbesteuerung. Im Grundsatz kann nach dem Kapitaleinlageprinzip das Eigenkapital steuerfrei aus einer Kapitalgesellschaft an die Gesellschafert zurück geführt werden, das die Gesellschafter in die Gesellschaft eingebracht haben. Firmeninhaber und Kapitalgeber erhalten dadurch einen grösseren Spielraum, wie sie Ihre Gesellschaft finanzieren wollen. Die Finanzierung sollte sorgfältig geplant werden um ein Optimum für die Gesellschaft und die Gesellschafter zu erreichen. Gerne sind wir Ihnen bei der Planung behilflich und zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Varianten auf.